Moin -
in den letzten Wochen habe ich meinen 2006 überholten M129 mit ca. 5.000km Laufleistung weiter zerlegt und vermessen (=
Ü06).
Parallel habe ich mein Ersatzteillager einen M129 AT mit unbekannter Laufleistung, der aber ca. 40 Jahre in eingelagert war und vor 3-4 Jahren ein Hochwasser überstanden hat, ebenfalls zerlegt (=
Hochwasser).
Und da ich den alten Block, KW, 2 Kolben und noch ein paar Lager aufgehoben habe, kann ich dann auch die anderen beiden Motor noch mit diesem 3. Restmotor (=
Alt) vergleichen.
Der
Hochwasser bekommt noch seinen eigenen Thread, weil ich wohl diesen wieder aufbauen werde und nicht mehr
Ü06.
Aber nun zu den Fakten des
Ü06:
- Kopf ist auf Mindestmaß 84.0mm
- Kolben sind letzte Rep. Stufe II = 83.00mm
- Kurbelwellen Hauptlager sind Rep. Stufe II = 59.90mm (geht bis max. Rep. Stufe IV)
- Pleuel-Lager sind auf Rep. Stufe I = 47.7mm (geht bis max. Rep. Stufe IV)
- Das Ölleck am hinteren Teil des Kurbelgehäuses ist gefunden - es ist keine Stichelung (mehr) auf der KW für den Borgmannring vorhanden:

- Der Abbrieb in der Ölanalyse (Kupfer-Blei-Eisen) stammt wohl vom Passlager, da es offenbar nicht richtig auf Maß abgedreht wurde. Denn ich konnten nur ein unregelmäßiges Axialspiel der KW messen - von 0.05 bis 0.08+ mm. Dieses Spiel hat sich die KW wohl selbst erschliffen. Das Spiel liegt damit sehr deutlich in der Toleranz von max. 0.30mm bei überholtem Motor, ABER ist UNTER der Toleranz für neue Motoren (0.100 - 0.175mm).

- Alle anderen Lager sehen gut aus mit maximal normalen Einlaufspuren. Und so konnte ich keine weiteren Schäden an der KW feststellen.

- Was beim zweiten Blick auffiel - das Kettenschloß der Steuerkette wurde falsch herum eingebaut.

- Kompressionsverlust auf Zylinder 4 erklärt sich mit den nicht mehr richtig schließenden, weil leicht korrodiert, Ventilen - siehe hier
- Nur woher das das Wasser im 4. Zylinder (und in SEHR geringem Umfange in Zylinder 5) kommt, ist nachwievor unklar. Aktuell tippe ich doch auf die ZKD in diesem Bereich. Allerdings muss das so wenig Wasser gewesen sein, dass es (noch) keine Spuren am Rand der Dichtung zu den Brennräumen (so wie das in den Handbüchern steht) erzeugt hat.

Hier noch einige Fragen bzw. Anmerkungen:
Auf den meisten Zeichnungen/Fotos von aktuellen Passlagern werden der Bund (die Wangen/Seiten) ebenfalls grau dargestellt. So wie die Oberflächen der eigentlichen (radialen) Gleitschichten. So war ich mir anfangs unsicher, was hier eigentlich abgetragen wurde.
Es scheint mir aber, dass die Passlager beim M129 / M130 sogenannte
Dreistoffpasslager sind.
Hinweise, dass die Passlager im Standardmaß passen, aber für die Reparaturstufen breiter geliefert und angepasst werden müssen, findet man erst auf den 2. und 3. Blick - z.B. beim
vdh von
@heinrichB [herzlichen Dank!]
UPDATE - hierbei gibt es unterschiedliche
Erfahrungen
Generell ließe sich wohl die Laufbahn im 4. Zylinder wiederherstellen, die Ventile neu einschleifen und das Passlager überarbeiten bzw. neu machen - ABER
Hochwasser ist zwar nicht schadensfrei, ist aber wohl nie überholt worden, so dass noch alles im Standardmaß ist. Und so werde ich wahrscheinlich Hochwasser neu aufbauen und
Ü06 auf die Seite legen.
Gewissheit, wo das Wasser her kam, wird erst das Abdrücken des
Ü06 Kopfes bringen.
Herzlichen Gruß
Oliver
P.S.: Der Thread zu
Hochwasser kommt bald.