Hallo Wolfgang.
Weisst Du mein Lieber, ich muss nicht haussieren gehen, genau so wenig wie ich
früher aus Motels heraus Amerikanern abgehalfterte Pagoden und Porsche (?) ver-
kaufen musste, um meinen Urlaub zu finanzieren.
Wir haben im letzten Jahr (2005) 2 Pagoden von Privat in den USA gekauft. Gutachterlich
ermittelter Zustand 2. Bis auf kleinere Oberflächenanrostungen nicht eine einzige Durch-
rostung. Ansonsten die alleseits bekannten Schwächen, ua. schlecht eingestellte Motore,
durchgesessene Sitze und eben das eine oder andere, was die Biester manchmal so an
Mucken haben.
Beide Pagoden haben deutlich unter 30.000 US$ gekostet. Der hiessige Aufwand um die
Autos für die Hauptabnahme vorzubereiten, lag in beiden Fällen unter 1.000,00 Euro pro
Auto. Ob das nun in Dein Weltbild passt oder nicht. Kannst sie Dir gerne mal bei uns an-
schauen.
Ich habe 2004 über einen Geschäftsfreund in Santa Barbara mein Biest gekauft. Und
wenn schon jemand Verwandschaft 'Drüben' hat, warum soll er das Angebot 'Drüben' nicht
mal unter die Lupe nehmen. Irgend wie sollen amerikanische Mercedes-Vertragswerkstätten
es sogar inzwischen gelernt haben, Schraubenschlüssel richtig herum in die Hand zu nehmen
und gegen Bezahlung, sich für einen deutschen Interessenten auch mal unters Auto zu legen
und einen Altbenz zu prüfen.
Ansonsten empfehle ich Dir mal dringend, bevor Du deine Weisheiten zum Besten gibst, die
Meinungen von echten Spezialisten anzuhören, bspw. eines Gernold Nisius (SL-Tech USA),
der hierzu bereits 1992 einen ausführlichen Bericht veröffentlicht hatte und in den USA eine
der renommiertesten Pagoden-Werkstätten betreibt.
Dann wüsstest Du, warum viele sog. California-Altbenze, bevor sie bei einem Händler auf
den Hof gerollt wurden, kaum jemals kalifornische Sonne gesehen hatten. Nicht selten haben
sie ihre ersten 30 Jahre in einer Garage Down-Town-New York zugebracht und wurden von
cleveren Autohändlern in den touristisch hoch frequentierten Staaten Californien, Arizona,
Texas oder Florida an unter Zeitdruck Suchende angeboten (ich wusste bspw. vor ein paar
Monaten noch nicht, dass man in den USA auf legale Weise in bestimmten Staaten einen
neuen Brief für ein X-beliebiges Auto kaufen und über M-B North America mit der Original Fahr-
gestellnummer einen beliebigen Neuwagen-Verkaufsort bestimmen kann).
Es bleibt dabei. Es gibt sie, die rostfreien 30.000 US$-Pagoden und zwar bevorzugt in den
Nordost-Staaten New York, Massachusetts, Cenneticut, Maine. Das wusste ich 2003 als ich
anfing zu suchen, auch noch nicht. Aber Lesen bildet. Finden und identifizieren ist dann eine
andere Sache, da fehlt es dem normalen Touristen oft an Zeit und Erfahrung. Mit Hilfe der
Verwandschaft (wie bei Forumsmitglied 'Hans'), eines ehrlichen Verkäufers und einer sach-
kundigen Expertise, steigt die Chance erheblich.
Vielleicht heisst es ja bald mal 'Hans im Glück'?
Detlef, der aus Hessen
driver schrieb:
Hallo Detlef,
jetzt kommen die guten Fahrzeuge also alle aus den Neuenglandstaaten, früher war das doch bei dir Kalifornien und speziell die Ecke um Santa Barbara, wenn ich mich recht erinnere.
Hast du eigentlich schon einmal persönlich dort ein Auto von Privat erworben, hast da auf dem Garagenboden liegend nach Rost gesucht, bist meilenweit umsonst unterwegs gewesen?
Ich glaube kaum, sonst würdest du mit deinen "Tipps" nicht so hausieren gehen.
An der Ostküste gibts ein paar Edelhändler und ne Menge Rost von privat, und natürlich gibts auch da keinen 280SL im echten Zustand 1 für 30000 Dollar.
Fast alle US Importe haben den ein oder anderen technischen Mangel, bei Fahrzeugen aus Kalifornien , Arizona , Texas besteht jedoch auch die Chance einen rostfreien zu erwischen und das sind wie Hans das schon gesagt hat, die Autos die sich lohnen.
Meine Erfahrungen habe ich in den letzten 30 Jahren dort bei über 30 Aufenthalten gemacht und nicht aus zweiter Hand.
Wolfgang