3 Irrtümer zur Hardtopverriegelung
Zunächst Dank an Norbert für das eingestellte Bild zum Crashverhalten, welches sehr gut belegt was Sache ist.
Irrtum 1: Die Verriegelung an der B-Säule trägt die Hauptlast
Die Hauptlast der Befestigung des Hardtops an der Karosserie hat nicht die Verriegelung an der B-Säule zu tragen, sondern eindeutig die Verriegelung an der A-Säule.
Auf dem Crashbild wird deutlich, dass beim Frontalcrash die meisten Kräfte auf die vordere Verriegelung des Hardtops (an der A-Säule) wirken.
Ist wohl klar im Bild zu erkennen, wie sich hier das Hardtop und die Halterung auseinander arbeiten.
Während an der B Säule und an der Auflage auf dem Verdeckdeckel so gut wie keine Kräfte gewirkt haben.
Aber selbst, wenn an der B-Säule Kräfte wirken, so wirken diese nicht an den Stellen, an denen die Chromabdeckung gerne reißt.
Ich habe euch einmal ein Bild beigefügt. Hier ist zu sehen (Pfeil No. 1), dass die Rissbildung nur an dem Ausschnitt stattfindet, durch den das Verdeckgestänge geführt wird.
Irrtum 2: Die Rissbildung an der B-Säulenabdeckung beeinflusst die Sicherheit der Hardtopverriegelung
Dies ist nicht der Fall, denn die Hardtopverriegelung an der B-Säule greift in den runden Ausschnitt der Abdeckung (Pfeil No. 2).
Also an einer ganz anderen Stelle. Und dieser runde Ausschnitt ist deutlich massiver konstruiert als der Ausschnitt der vielfach durch die Vibrationen des Hardtops einreißt.
Damit sollte bewiesen sein, dass die Rissbildung zwar unschön ist, aber keinerlei Einfluss auf den festen Sitz des Hardtops hat.
Irrtum3: Die Rissbildung in der Abdeckung der B-Säule wird durch die Verriegelung des Hardtops erzeugt.
Dies ist nur teilweise richtig. Die Hauptursache liegt aber darin begründet, dass die Gummidichtung des rückwärtigen Teil des Hardtop nicht bündig auf dem Verdeckdeckel aufliegt. Dies hat dann wiederum zur Folge, dass eine permanente Luftbewegung am hinteren Ende des Hardtops entsteht, weil der Luftdruck zwischen Innenraum und Aussenwelt im Fahrbetrieb stets unterschiedlich ist und ausgeglichen wird. Hinzukommt der Fahrtwind.
Dadurch beginnt der rückwärtige Teil des Hardtops im Fahrbetrieb zu „schwänzeln“, also sich hin und her zu bewegen – und das wiederum führt zu Vibration der Chromabdeckung der B-Säule. An der schwächsten Stelle beginnt dann eine leichte Rissbildung, die sich immer weiter fortsetzt.
Die schwächste Stelle ist die Aussparung für das Verdeckgestänge.
Die Rissbildung wird also nicht an der Stelle, an der die Verriegelung greift erzeugt und somit auch nicht direkt durch die Verriegelung. Die Verriegelung überträgt nur die Vibrationen des Hardtops auf die gesamte Abdeckung.
Lösung und Abhilfe:
Wenn man die Rissbildung unterbinden will, muß man das „Schwänzeln“ des Hardtops unterbinden.
Das geht grundsätzlich dadurch, dass man dafür sorgt, dass die rückwärtige Dichtung des Hardtops fest auf dem Verdeckdeckel aufliegt.
Hierzu gibt es – einmal abgesehen von der Sorgfalt bei der Restaurierungsarbeit - mehrere Wege, die zum Ziel führen.
Eine Möglichkeit ist der beschriebene Haken, der allerdings den Nachteil hat, dass er ggf. beim Aufsetzen den Lack zerkratzt, oder aber auch dazu führen kann, bei zu festem Anzug das untere Blech des Hardtops, indem er sitzt, zu verziehen.
Eine weitere Möglichkeit ist die im Bild dargestellte.
Man schraubt eine Mutter, deren Kopf breiter ist als das vorhandene Loch im unteren Blech des Hardtops, ggf. mit zusätzlicher Scheibe, in ein Stück Benzinschlauch, welches den Aussendurchmesser des Aufnahmelochs im Verdeckdeckel hat.
Fixiert dann die Mutter in dem vorhandenen Loch der unteren Hardtopabdeckung.
Wenn jetzt das Hardtop aufgesetzt wird, steckt der Benzinschlauch im Aufnahmeloch des Verdeckdeckels und verhindert dadurch das Entstehen von Vibrationen.
Keine Vibrationen – keine Rissbildung.
BMB
Bernd